10.05.2017 – Rückblick auf den Red Hat Summit 2017

Der diesjährige Summit fand wieder an der US-Ostküste, im schönen Boston statt. Im neuen Veranstaltungsort, dem größeren Boston Convention Center, trafen sich dieses Jahr über 6000 Teilnehmer aus aller Welt.

Die Schwerpunkte lagen beim diesjährigen Summits auf hybriden Clouds, Containern und OpenShift. Es wurden u.a. folgende Themen wie „Cloud-Strategie“, „schnellere Entwicklung und Veröffentlichung von Applikationen“ und „Optimierung bereits vorhandener moderner IT Infrastruktur “ diskutiert.

Die Schwerpunkte des Summits standen im absoluten Einklang zu den Top-Produktankündigungen, die in den 3 Tagen Vor-Ort verkündet wurden:

  1. Strategische Partnerschaft mit AWS (Amazon Web Service)
    Durch die Strategische Partnerschaft mit AWS wird den OpenShift Benutzern der native Zugriff auf Dienste direkt aus der Amazon Cloud ermöglicht.
  2. OpenShift.io
    Mit OpenShift.io veröffentlichte Red Hat eine Online-Entwicklungsumgebung für die Entwicklung Cloud-nativer und Container-basierter Anwendungen. OpenShift.io ist eine Erweiterung der bereits verfügbaren Cloud-basierten Container-Plattform OpenShift Online und vereint in sich Features von Open-Source-Projekten wie fabric8, Jenkins und Eclipse Che.
  3. RHOAR – Red Hat OpenShift Application Runtime
    RHOAR bietet Anwendungsentwicklern eine Vielzahl vorgefertigte Container-Laufzeit-Basistechniken für die Entwicklung und den Betrieb von Microservices. Zertifizierte und supportete Laufzeitumgebungen sind geplant für den Einsatz von Node.js, Eclipse Vert.x, Spring Boot und Wildfly Swarm. Red Hat OpenShift Application Runtimes soll die Entwickler von der mühseligen Vorcodierung befreien und ihnen so wieder mehr Zeit auf das Schreiben von Anwendungen zu verschaffen.
  4. Container Health Index
    Red Hat hat den Container Health Index vorgestellt, der die containerisierten Produkte von Red Hat wie auch Container von Red Hats ISV-Partnern hinsichtlich ihrer Sicherheit bewertet. Der Container Health Index bietet ein Bewertungssystem von A bis F, das in etwa den deutschen Schulnoten von eins bis sechs entspricht. Es basiert unter anderem auf dem Alter und den Auswirkungen nicht umgesetzter Sicherheits-Patches für einen Container. Der Container Health Index ist ab sofort als integrierte Komponente des Red Hat Container Catalog verfügbar. Alle Kunden von Red Hat – auch solche, die eine kostenlose Red Hat Enterprise Developer Subscription nutzen – haben Zugriff auf den Red Hat Container Catalog.
  5. JBoss EAP

    Im Middleware Umfeld wurde ein Ausblick auf die Weiterentwicklung der JBoss Enterprise Application Platform gegeben. Durch die größer werdende Kadenz der JavaEE Standards, der größeren Verbreitung von agilen Entwicklungsmodellen und DevOps Praktiken verändert sich die klassische Softwareentwicklung immer weiter in Richtung von (Micro)Service -orientierten Architekturen. Diese Trends haben auch Auswirkungen auf die bestehenden JavaEE Umgebungen - eine der interessantesten ist die Entwicklung des Microprofiles, das aktuell als Eclipse Foundation Project vorangetrieben wird.

    Ein wichtiger Meilenstein ist die Entwicklung der Red Hat Openshift Application Runtime (RHOAR), die nun erstmalig als öffentliche Alpha Version zur Verfügung steht. Die JBoss EAP 7.1, deren Alpha Version bereits erschienen ist, wird voraussichtlich im dritten Quartal erscheinen. Die JBoss EAP 7.1 wird als größte Neuerung das neue Security Framework "Elytron" mitliefern, das deutliche Verbesserungen im Zusammenspiel mit SASL Authentifizierungen verspricht. Das Security Framework "Elytron" wird das aktuelle "Security" Subsystem nicht ersetzen sondern parallel nutzbar sein. Weiter Neuerungen sind das Update auf Hibernate 5.1(von 5.0), der vollständige Support von Multi JSF, ein verbessertes Transaction Monitoring, sowie diverse Optimierungen der Management Console und Schnittstellen.

    Circa zeitgleich zur JBoss EAP 7.1 Release wird vermutlich dann auch endgültig der neue JavaEE 8 Standard verabschiedet und ein Ausblick auf die weitere Zukunft des JavaEE Standards von Oracle gegeben. Eine Release von JBoss EAP 7.2 ist circa für den Jahreswechsel 2018/2019 geplant und wird dann vermutlich auch schon JavaEE 8 unterstützen. Eine JBoss EAP 7.3 Release wird aktuell für das erste Quartal 2020 geplant, wie immer sind diese Daten heutige Schätzungen und können sich jeder Zeit ändern.

    A-MQ

    Pünktlich zum Summit wurde dann auch am 04.05.2017 die neue JBoss A-MQ Version freigegeben. JBoss A-MQ 7 basiert auf dem Projekt ActiveMQ Artemis, das auch in der JBoss EAP 7.x als Messaging Provider genutzt wird. JBoss A-MQ 7 unterstützt, AMQP 1.0, MQTT, STOMP, das OpenWire Protocol von JBoss A-MQ 6 und das native Artemis "Core" Protocol(auch in HornetQ verwendet). Die größten Neuerungen von JBoss A-MQ 7 sind die deutlich verbesserte Performance, der JMS 2.0 Support, der neue AMQ Interconnect und eine mit Replication arbeitende Hochverfügbarkeit.

    AM-Q Interconnect bietet die Möglichkeit Nachrichten intelligent zu routen und auch die Möglichkeit eine direkte Client-zu-Client Kommunikation zu ermöglichen. Der AM-Q Interconnect besitzt keine Persistenzschicht und übernimmt niemals Nachrichten in seine Verantwortung, im Gegensatz zu einem Broker.

    Für OpenShift Umgebungen wird eine spezielle Messaging as a Service Platform entstehen, die on-demand Resourcen bereitstellen kann. Eine Alpha Version ist noch für Ende dieses Jahres angekündigt.

    JBoss Fuse

    Für die Integrationsplattform Fuse wurde ein Ausblick auf die Version 7.0 gegeben. Fuse 6.3 soll die letzte Minor-Release der 6.x Serie bleiben. Fuse 7.0 wird in drei verschiedenen, aber versionskompatiblen, Varianten erscheinen: Fuse Standalone, Fuse Integration Services, Fuse iPaaS. Fuse Standalone ist der Nachfolger der jetzigen Fuse 6.3 Version und ermöglicht den Betrieb von Fuse Services auf der JBoss EAP, in Karaf Containern und nun auch zusätzlich in Spring Boot Containern. Undertow wird den vormals genutzten Jetty Webserver als Webserver ersetzen. Switchyard fällt als Komponente von Fuse weg. Eine Verbesserung der Integration Tools, wie zum Beispiel eine 3scale Integration und ein SOAP <-> REST Konverter kommen neu hinzu. Die Fuse Integration Services bieten eine Nachfolge für Fabric basierende Installationen an und bietet die selben Features wie die Standalone Variante, allerdings in einer auf OpenShift-Containern basierenden Installation, die dann zusätzlich das zentrale Management, Provisioning, Clustering und automatische Skalierung ermöglichen. iPaaS bietet dann eine reine cloudbasierende Lösung mit eigener webbasierender UI.

    Eine erste Version von iPaaS soll noch in diesem Jahr erscheinen. Die finale Version von Fuse 7.0 ist dann für das erste Halbjahr 2018 geplant.

    Die Fuse 6.x und A-MQ 6.x Version erhalten eine ausgedehnte Supportphase bis Januar 2022, beziehungsweise Januar 2025 mit dem Extended Lifecycle Support.

    BPM Suite und BRMS

    Im Q4 2016 ist die Version 6.4 der BPM Suite und BRMS erschienen. Die geplante Roadmap ist derzeitig noch in Bearbeitung, aber hier wird für Q4 2017 bis Q1 2018 eine neue Version geplant. Hier soll es wohl eine Überarbeitung des Form-Modeller, als auch für den Case-Modeller und den Process-Modeller geben. Der Dashbuilder wird in seiner neueren Version „UF Dashbuilder“ mit in die neue Version der BPM Suite/BRMS übernommen.

    Die Vision der Weiterentwicklung wurde komplett überarbeitet und sieht wie folgt aus:

    • Comprehensive Productivity Tools: Appealing end to end BRMS and BPMS Core capabilities that support developer agility
    • Low code / No code Platform: Empower citizen developers to build simple to moderately complex business applications faster and efficiently
    • Dynamic Case Management: Comprehensive set of tools to build and manage dynamic case management solutions
    • Appcelerators: Industry specific templates and solutions
    • Simplify Planner solution development?
    • Expand decision management solution development tools
    • Cloud based business application development and deployment

    OpenShift

    Red Hat hat Anfang des Jahres bereits die Version 3.4 und 3.5 der OpenShift Platform veröffentlicht. Für das weitere Halbjahr 2017 hat Red Hat mit der jetztigen Roadmap auch zwei weitere Releases geplant. Genaue Termine stehen hier noch nicht fest. Hauptaugenmerk in der Weiterentwicklung liegen hier in den Bereichen “Cluster Reliability & Resilience“, „Workload Diversity“, „Persistence“ und Security“.

    Der persönliche Austausch mit den verantwortlichen Project Leads und Produktmanagern lässt zudem auf einige weitere interessante Neuerungen für die Zukunft hoffen.

    Gerne stehen wir natürlich bei Fragen rund um das JBoss Portfolio und die geplanten Neuerungen zur Verfügung!

    Der nächste Red Hat Summit findet vom 08. Mai 2017 bis 10. Mai 2018 wieder im Moscone Center in San Francisco statt.

    Wir freuen uns bereits jetzt auf den Red Hat Summit 2018!

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